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0 — Legende & Notation

Schreibweisen, die in diesem Dokument und im Abitur verwendet werden
SymbolBedeutungBeispiel
PK Primärschlüssel — wird im Abitur unterstrichen mID
FK# Fremdschlüssel — wird im Abitur mit # markiert bid#
[1,n] Multiplizität (eckige Klammern — Abitur-Standard) [0,m]–[1,n]
Im Abitur wird der Primärschlüssel immer als erstes Attribut der Relation geschrieben und unterstrichen. Fremdschlüssel stehen am Ende der Attributliste, direkt vor der schließenden Klammer.

1 — Entitäten übernehmen

Jede Entität des ER-Diagramms wird zu einer eigenen Relation
Regel 1.1 — Jede Entität wird zur Relation
Jede Entität aus dem ER-Diagramm wird zu einer eigenen Tabelle (Relation). Der Primärschlüssel der Entität wird zum Primärschlüssel der Relation.
Regel 1.2 — Zusammengesetzte Attribute aufteilen (3NF)
Zusammengesetzte Attribute (z.B. Adresse, Name) werden in der 3NF in ihre atomaren Bestandteile aufgeteilt.

Typische Abitur-Beispiele:
· namenachname, vorname (ABI 2025 B, 2023 B)
· adressestrasse, plz, ort (ABI 2024 A)
· vor- und nachnamename, vorname (ABI 2025 A)
⚠ Häufiger Fehler: Das Attribut name nicht aufzuteilen. Im Abitur wird die Aufspaltung in nachname und vorname fast immer erwartet — wird das Namensattribut im ER-Diagramm als zusammengesetzt angedeutet, muss es geteilt werden.

2 — Assoziationen überführen

Die Kardinalität bestimmt, wie jede Assoziation im relationalen Modell umgesetzt wird
KardinalitätBezeichnungUmsetzung
[1,1] – [0,n] oder [1,n] 1:N Beziehung FK der „1"-Seite in die Relation der „N"-Seite eintragen
[0,m] – [0,n] oder ähnlich M:N Beziehung Neue Zwischentabelle mit beiden FKs als kombiniertem PK
[1,1] – [1,1] 1:1 Beziehung FK in die Relation mit größerer Abhängigkeit (seltener Fall im Abitur)

2.1 1:N Beziehung → Fremdschlüssel

Der FK wandert zur „Viele"-Seite
Bei einer 1:N-Beziehung wird der Primärschlüssel der „1"-Seite als Fremdschlüssel in die Relation der „N"-Seite aufgenommen. Keine neue Tabelle nötig.
Kunde ──[1,1]── bucht ──[0,n]── Ticket Ticket(tid, …, kid#)
-- ABI 2024 B: Kunde bucht Ticket [1:N] Kunde (kid, vorname, name, adresse, telefon, email) Ticket (tid, status, sitzplatz, kid#, fid#)

2.2 M:N Beziehung → Zwischentabelle

Neue Relation mit zusammengesetztem PK aus beiden FKs
Bei einer M:N-Beziehung entsteht eine neue Zwischenrelation. Ihr Primärschlüssel ist die Kombination der beiden Fremdschlüssel. Benennung: entweder ein sprechender Verbname (traegt) oder die Tabellennamen kombiniert (Mitarbeiter_Bestellung).
Nutzer ──[0,n]── likes ──[0,m]── Beitrag NutzerLikesBeitrag(bN#, bId#)
-- ABI 2023 A: Nutzer likes Beitrag [M:N] NutzerLikesBeitrag (benutzerName#, beitragid#, zeitstempel) -- ABI 2025 A: Mitarbeiter beteiligt Bestellung [M:N] Mitarbeiter_Bestellung (mID#, bID#) -- ABI 2024 A: Teilnahme in Kategorie [M:N, mit Attribut] Teilnahme_Kategorie (tID#, kID#, bewertung)
💡 Attribute an M:N-Beziehungen (z.B. bewertung, zeitstempel) kommen als normale Attribute in die Zwischentabelle — sie sind aber kein Teil des zusammengesetzten PKs.

2.3 Mehrere FKs in einer Relation

Eine Entität kann mehrere 1:N-Beziehungen haben
Wenn eine Relation zu mehreren anderen in einer 1:N-Beziehung steht, bekommt sie entsprechend mehrere Fremdschlüssel.
-- ABI 2025 B: Kauf steht mit Bändchen, Getränkestand und Getränk je in 1:N Kauf (kid, datum, uhrzeit, anzahlGetraenke, bid#, gsid#, gid#)

2.4 Dieselbe Relation als FK zweimal referenzieren

Zwei unterschiedliche Rollen → zwei FK-Attribute mit verschiedenen Namen
Wenn eine Relation zweimal zur gleichen Entität in Beziehung steht (z.B. Auftrag → Adresse als von und nach), werden zwei FKs mit unterschiedlichen, sprechenden Namen vergeben.
-- ABI 2023 B: Auftrag hat zwei Adressen (von / nach) Auftrag (auftragNr, start, ende, eID#, von#, nach#)

3 — Beziehungen mit Attributen

Wenn eine Assoziation selbst Attribute trägt, kommen diese in die Zwischentabelle
Regel 3.1 — Attribute einer Beziehung gehören in die Zwischentabelle
Wenn eine Assoziation selbst Attribute trägt (z.B. von, bis bei trägt), werden diese in die entstehende Zwischentabelle aufgenommen. Bei 1:N trägt die FK-Relation die Beziehungsattribute.
-- ABI 2025 B: trägt(von, bis) → M:N zwischen Person und Bändchen traegt (pid#, bid#, von, bis) -- ABI 2024 A: in(bewertung) → M:N zwischen Teilnahme und Kategorie Teilnahme_Kategorie (tID#, kID#, bewertung) -- ABI 2025 A: entnimmt(datum, anzGenutzt, anzAbgelaufen) → M:N zwischen Lager und Artikel Lager_Artikel (datum, anzGenutzt, anzAbgelaufen, lID#, aID#)
Sonderfall ABI 2025 A (Lager_Artikel): Hier stehen die Beziehungsattribute vor 2 der Primärschlüssel — eine Ausnahme. Im Normalfall stehen die FKs am Ende. Orientiere dich an der offiziellen Musterlösung bzw. an der logischen Bedeutung.

4 — 3. Normalform sicherstellen

Drei Stufen — jede baut auf der vorherigen auf
Regel 4.1 — Erste Normalform (1NF)
Alle Attributwerte müssen atomar sein — nicht weiter zerlegbar, keine Wiederholungsgruppen. → Zusammengesetzte Attribute aufteilen (→ Regel 1.2).
Regel 4.2 — Zweite Normalform (2NF)
Jedes Nicht-Schlüssel-Attribut muss vom gesamten Primärschlüssel abhängen. Relevant bei zusammengesetztem PK (Zwischentabellen): alle Attribute müssen von beiden FKs gemeinsam abhängen, nicht nur von einem.
Regel 4.3 — Dritte Normalform (3NF)
Kein Nicht-Schlüssel-Attribut darf transitiv von einem anderen Nicht-Schlüssel-Attribut abhängen. Klassisches Beispiel: plz → ort — wenn die PLZ den Ort bestimmt, gehört beides in eine eigene Tabelle.

Abitur-Praxis: Transitive Abhängigkeiten innerhalb einer Entität werden manchmal toleriert — die 3NF wird hauptsächlich durch korrekte FK-Verteilung und M:N-Auflösung geprüft.

5 — Spezialfälle aus dem Abitur

Sonderfälle, die in offiziellen Aufgabenvorschlägen vorgekommen sind

5.1 Feste Kardinalität [2,2], [2,3] etc.

Exakt n Entitäten sind beteiligt → n FK-Attribute
Wenn eine Kardinalität genau eine bestimmte Anzahl erzwingt (z.B. ein Team besteht aus exakt 2 Spielern), werden mehrere FK-Attribute mit unterschiedlichen Namen in die Relation aufgenommen.
-- ABI 2023 C: Spieler [2,2] gehört_zu Team → zwei FK-Attribute Team (teamID, bewertMod, sNr1#, sNr2#)

5.2 Assoziation als eigene Entität (Assoziationsklasse)

Die Assoziation hat einen eigenen PK → FK auf beide Partnerentitäten
Wenn die Assoziation im ER-Diagramm selbst eine eigene Entität mit eigenem Schlüssel ist (z.B. Teilnahme), bekommt sie eigene Fremdschlüssel auf beide beteiligten Entitäten.
-- ABI 2024 A: Teilnahme als eigene Entität mit FK auf Chor und Wettbewerb Teilnahme (tID, anzahlPers, ankunft, abfahrt, cID#, wID#)

5.3 Benennung der Zwischentabellen

Beide Benennungsschemata sind im Abitur akzeptiert
· Verb/Aktion: traegt, NimmtTeil, NutzerLikesBeitrag
· Tabellen kombiniert: Mitarbeiter_Bestellung, Bestellung_Lager, Lager_Artikel, Teilnahme_Kategorie

6 — Vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung

Das systematische Vorgehen für jede Aufgabe zur ER-Überführung
  1. Alle Entitäten notieren. Jede Entität wird zur Relation. PK als erstes Attribut (unterstrichen).
  2. Zusammengesetzte Attribute aufteilen — Name → nachname, vorname; Adresse → strasse, plz, ort.
  3. Assoziationen durchgehen — für jede Assoziation die Kardinalität bestimmen und dem richtigen Fall zuordnen.
  4. 1:N → FK setzen. Der PK der „1"-Seite wandert als FK# in die Relation der „N"-Seite. Immer ans Ende der Attributliste.
  5. M:N → Zwischentabelle erstellen. Neue Relation mit zusammengesetztem PK aus beiden FKs.
  6. Beziehungsattribute einbauen. Attribute an Assoziationen kommen in die Zwischentabelle (M:N) oder in die FK-tragende Relation (1:N).
  7. Feste Kardinalitäten [2,2] prüfen — ggf. mehrere FK-Attribute verwenden.
  8. 3NF prüfen: Gibt es transitive Abhängigkeiten? Falls ja, auslagern.

7 — Schnellreferenz-Tabelle

Komprimierte Übersicht aller Regeltypen mit Abitur-Belegen
Situation im ER-DiagrammMaßnahmeAbitur-Beleg
[1,1]–[0,n] oder [1,n] FK der 1-Seite in die N-Relation Ticket erhält kid# (2024 B)
[0,n]–[0,m] oder [1,n]–[0,m] Neue Zwischentabelle Mitarbeiter_Bestellung (2025 A)
Assoziation hat Attribute Attribute in Zwischentabelle traegt(von, bis) → traegt-Relation
Name / Adresse als Attribut Aufteilen in Einzelattribute (1NF) namenachname, vorname
Kardinalität [2,2] Mehrere FK-Attribute in Relation Team: sNr1#, sNr2# (2023 C)
Doppelte Referenz auf gleiche Entität Zwei FKs mit verschiedenen Namen Auftrag: von#, nach# (2023 B)
Assoziationsklasse mit eigenem PK Entität erhält FK auf beide Partner Teilnahme: cID#, wID# (2024 A)

8 — Vollständiges Beispiel: ABI 2025 A

Komplette Durchführung — von der ER-Beschreibung bis zum normalisierten relationalen Modell (3NF)
Aufgabenstellung (vereinfacht): Gegeben ist ein ER-Diagramm mit den Entitäten Mitarbeiter, Bestellung, Position, Artikel und Lager. Überführe das Diagramm in ein vollständig normalisiertes relationales Modell (3NF).

8.1 ER-Ausgangsbeschreibung

⬤ Entitäten (nicht normalisiert)
Mitarbeiter(mID, vor- und nachname) Bestellung(bID, datum) Position(pID, menge, ablaufdatum) Artikel(aID, bezeichnung, preis) Lager(lID, standort)
⬤ Assoziationen
  • Mitarbeiter [1,n] –beteiligt– [0,m] Bestellung
  • Bestellung [0,m] –füllt_auf– [0,n] Lager
  • Bestellung [1,1] –enthält– [1,n] Position
  • Position [0,n] –bezieht_sich_auf– [1,1] Artikel
  • Lager [0,n] –entnimmt– [0,m] Artikel
Beziehungsattribute:
entnimmt → datum, anzGenutzt, anzAbgelaufen

8.2 PlantUML-Code für das ER-Diagramm

Den folgenden Code kannst du auf plantuml.com oder einem lokalen PlantUML-Tool einfügen, um das ER-Diagramm als SVG/PNG zu exportieren.
Chen-Notation ER-Diagramm — Entitäten, Beziehungen und Attribute aus ABI 2025 A.

8.3 Schritt-für-Schritt Überführung

Schritt 1 Entitäten übernehmen & zusammengesetzte Attribute aufteilen
-- Regel 1.1: Jede Entität → eigene Relation -- Regel 1.2: "vor- und nachname" → zwei atomare Attribute (3NF / 1NF) Mitarbeiter (mID, name, vorname) ← "vor- und nachname" aufgeteilt! Bestellung (bID, datum) Position (pID, menge, ablaufdatum) Artikel (aID, bezeichnung, preis) Lager (lID, standort)
Schritt 2 Assoziation: Mitarbeiter [1,n]–beteiligt–[0,m] Bestellung → M:N
-- Regel 2.2: M:N → neue Zwischentabelle -- [1,n]:[0,m] bedeutet: ein Mitarbeiter ist an 1 oder mehr Bestellungen beteiligt -- eine Bestellung kann 0 oder mehr Mitarbeiter haben Mitarbeiter_Bestellung (mID#, bID#)
Schritt 3 Assoziation: Bestellung [0,m]–füllt_auf–[0,n] Lager → M:N
-- Regel 2.2: M:N → neue Zwischentabelle Bestellung_Lager (bID#, lID#)
Schritt 4 Assoziation: Bestellung [1,1]–enthält–[1,n] Position → 1:N
-- Regel 2.1: 1:N → FK der "1"-Seite in die "N"-Seite -- Bestellung (1,1) ist die "1"-Seite → bID# wandert in Relation Position (pID, menge, ablaufdatum, bID#)
Schritt 5 Assoziation: Position [0,n]–bezieht_sich_auf–[1,1] Artikel → 1:N
-- Regel 2.1: 1:N → FK der "1"-Seite (Artikel) in die "N"-Seite (Position) -- Artikel (1,1) ist die "1"-Seite → aID# wandert in Relation Position (pID, menge, ablaufdatum, aID#, bID#) ← beide FKs jetzt in Position
Schritt 6 Assoziation: Lager [0,n]–entnimmt–[0,m] Artikel → M:N mit Attributen
-- Regel 2.2 + Regel 3.1: M:N mit Beziehungsattributen -- entnimmt(datum, anzGenutzt, anzAbgelaufen) → kommen als Attribute in die Zwischentabelle -- SONDERFALL ABI 2025 A: Attribute stehen VOR den FKs (Ausnahme, folge Musterlösung) Lager_Artikel (datum, anzGenutzt, anzAbgelaufen, lID#, aID#)

8.4 Ergebnis — Normalisiertes relationales Modell (3NF)

✓ Vollständiges relationales Modell (Musterlösung ABI 2025 A)
Mitarbeiter (mID, name, vorname) Bestellung (bID, datum) Mitarbeiter_Bestellung (mID#, bID#) Position (pID, menge, ablaufdatum, aID#, bID#) Artikel (aID, bezeichnung, preis) Lager (lID, standort) Bestellung_Lager (bID#, lID#) Lager_Artikel (datum, anzGenutzt, anzAbgelaufen, lID#, aID#)