Analyse aller Textausarbeitungsaufgaben im SQL-/Datenbankbereich des hessischen Landesabiturs im Fach Praktische Informatik, Jahrgänge 2016–2025 (10 Jahrgänge, 23 Vorschläge). Diese Seite deckt ausschließlich Aufgaben ab, bei denen Fließtext, Erläuterungen, Begründungen oder strukturierte Beschreibungen gefordert sind — keine reinen Diagrammzeichen- oder SQL-Codierungsaufgaben (obwohl manche Aufgaben beides kombinieren).
| Jahr | Vorschl. | ANO Anomalien |
ERM → Relat. |
NF Normalform |
SQL Analyse |
NOT ERM-Notat. |
SPZ Spezial. |
MOD Rel. Modell |
RI Ref. Int. |
SON Sonstiges |
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| 2025 | ||||||||||
| 2024 | ||||||||||
| 2023 | ||||||||||
| 2022 | ||||||||||
| 2021 | ||||||||||
| 2020 | ||||||||||
| 2019 | ||||||||||
| 2018 | ||||||||||
| 2017 | ||||||||||
| 2016 |
| Thema | Schwierigkeit | Bepunktung | Häufigkeit | Was das Abitur erwartet |
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Redundanzen & Anomalien
Analysieren, Beschreiben, Beispiele angeben
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Niedrig
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3–5 BE |
PFLICHT 14/23 VschlL 10/10 Jahre |
Tabelle auf Redundanzen (gleiche Daten mehrfach) und Inkonsistenzen (widersprüchliche Einträge) analysieren. Alle drei Anomalienarten benennen und jeweils mit einem konkreten Beispiel aus der gegebenen Tabelle belegen:
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ERM → Relationales Modell
Überführen + Begründen (inkl. 3NF)
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Mittel
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5–10 BE |
SEHR HÄUFIG 12/23 Vschl. 8/10 Jahre |
Das Ergebnis ist eine Menge von Relationen in der Schreibweise Relation(PK, Attribut, FK#). Die Begründung ist mindestens genauso wichtig wie das Ergebnis. Erwartet wird:
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Normalform beschreiben / prüfen
1NF, 2NF, 3NF definieren und anwenden
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Mittel
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2–5 BE |
HÄUFIG 7/23 Vschl. 6/10 Jahre |
Entweder Definitionen rein beschreiben (mit Vor-/Nachteilen, 2025A) oder auf konkrete Relationen prüfen (2017A). Je nach Aufgabenstellung:
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SQL-Anweisung erläutern
Aufbau analysieren + Bedeutung beschreiben
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Niedrig–Mittel
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3–6 BE |
HÄUFIG 6/23 Vschl. 6/10 Jahre |
Immer zwei Teile: (1) strukturelle Analyse jeder Klausel, (2) inhaltliche Bedeutung (was liefert die Abfrage?). Typische Klauseln im Abitur: SELECT, FROM, WHERE, JOIN … ON, GROUP BY, HAVING, ORDER BY, IN, LIKE, Unterabfragen. Seit 2023 auch Aufgaben zur Erörterung (ist die Anweisung korrekt? Warum nicht? Verbesserung formulieren) und zur Beschreibung von Komplikationen (z.B. Löschweitergabe bei DELETE).
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ERM-Notationselemente
Darstellung + Funktion beschreiben
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Sehr niedrig
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3–6 BE |
MITTEL 3/23 Vschl. 3/10 Jahre |
Alle fünf Grundbausteine beschreiben (Form + Bedeutung), immer mit Bezug auf das konkrete Szenario-ERM: Rechteck (Entitätstyp), Ellipse (Attribut), Raute (Beziehungstyp), Linie (Verbindung), Unterstreichung (Primärschlüssel/Schlüsselattribut). Dazu: Kardinalität in [min,max]-Notation und ggf. Dreieck (is-a / Generalisierung). Oft mit Verwendungszweck des ERM (konzeptioneller Entwurf, Anforderungsanalyse). |
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Spezialisierung (is-a)
3 Varianten diskutieren + Entscheidung
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Mittel
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5–6 BE |
MITTEL 3/23 Vschl. 3/10 Jahre |
Immer alle drei Möglichkeiten angeben (Relationen notieren), dann je Vor- und Nachteil, dann begründete Entscheidung:
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Relationales Datenbankmodell
Beschreiben + Vor-/Nachteile
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Sehr niedrig
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3–4 BE |
MITTEL 3/23 Vschl. 3/10 Jahre |
Tabellenbasiertes Modell: Relation = Tabelle, Zeile = Tupel (Datensatz), Spalte = Attribut. Primärschlüssel identifiziert Tupel eindeutig, Fremdschlüssel realisiert Beziehungen. Vorteil: Einfaches Modell, Datenunabhängigkeit durch Kapselung. Nachteil: Objekte werden aufgeteilt → komplexe, JOIN-intensive Abfragen, Performanceprobleme. Manchmal auch Vergleich mit OOP-Beziehungen gefragt. |
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Referentielle Integrität
Definition + RESTRICT / CASCADE
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Niedrig
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3–4 BE |
SELTEN 2/23 Vschl. 2/10 Jahre |
Definition: Alle Werte eines Fremdschlüssels müssen als Primärschlüsselwert in der referenzierten Tabelle vorhanden sein. Integrität = vollständig, korrekt, widerspruchsfrei. RESTRICT: Löschen/Ändern verboten, solange abhängige Datensätze existieren. CASCADE: Löschen/Ändern zieht automatisch alle abhängigen Datensätze mit. |
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Sonderaufgaben
ACID, 3-Schichten, Transformationsregeln, Sonstiges
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Niedrig–Mittel
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2–6 BE |
SELTEN ~5/23 Vschl. 3/10 Jahre |
Selten, aber bei Auftauchen oft überraschend. Bekannte Sonderthemen:
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Immer von 1NF nach 3NF prüfen. Für jede NF: Bedingung nennen → prüfen ob erfüllt → Verstoß konkret benennen (z.B. „Relation X verletzt die 1NF, weil das Feld Adresse nicht atomar ist").
Grafische Veranschaulichung des konzeptionellen Entwurfs einer Datenbank. Eingesetzt nach der Anforderungsanalyse zur übersichtlichen Darstellung der Datenstruktur und Beziehungen, unabhängig von der konkreten Implementierung.
„Die Entscheidung fällt zugunsten von Möglichkeit X, da [Vorteil von X]. Der Nachteil [Nachteil von X] fällt nicht stark ins Gewicht, weil [Kontext-Begründung]."
„Das relationale Datenbankmodell ist tabellenbasiert. Eine relationale Datenbank besteht aus einer Sammlung von Tabellen (Relationen). Jede Zeile ist ein Tupel (Datensatz), jede Spalte ein Attribut. Das Tupel wird durch den Primärschlüssel eindeutig identifiziert. Fremdschlüssel realisieren Beziehungen zwischen Tabellen."
Vorteil: Einfaches, leicht verständliches Modell; Datenunabhängigkeit durch Kapselung der physikalischen Datenspeicherung.
Nachteil: Objekte werden auf viele Tabellen aufgeteilt → komplexe, JOIN-intensive Abfragen, mögliche Performanceprobleme.
Definition: Alle Attributwerte eines Fremdschlüssels müssen als Primärschlüsselwerte in der referenzierten Tabelle vorhanden sein. Ein FK darf nie auf einen nicht existierenden Datensatz zeigen.
Transaktion: Eine Gruppe logisch zusammengehörender SQL-Anweisungen, die nur gemeinsam ausgeführt werden. Bei Fehler: vollständiger Rollback in den Ausgangszustand.
Vorteil der Trennung: Datenunabhängigkeit — Änderungen in der internen Ebene haben keinen Einfluss auf Anwendungen; Änderungen in der konzeptionellen Ebene wirken sich nur kontrolliert aus.